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Was versteht man unter Erektionsstörungen?

Wenn die Sexualität Probleme macht, wenn es “im Bett nicht mehr klappt”, dann kann es sich um ganz unterschiedliche Probleme handeln. Für ein erfolgreiches Gespräch mit dem Arzt ist es wichtig, dass man sein Problem richtig benennen kann. Deshalb sagen wir im Folgenden, was man unter Erektionsstörung versteht, und was nicht unter diesen Begriff fällt.

Die deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) definiert in ihrer Leitlinie “Diagnostik und Therapie von Libido- und Erektionsstörungen” die erektile Dysfunktion wie folgt:

Die erektile Dysfunktion beschreibt ein chronisches Krankheitsbild von mindestens 6-monatiger Dauer bei dem mindestens 70 Prozent der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, erfolglos sind.

Bei dieser Definition sind folgende Punkte wichtig:

  1. Eine behandlungsbedürftige Erektionsstörung liegt nur dann vor, wenn das Problem über einen längeren Zeitraum besteht.
  2. Gelegentliche schwächere oder ausbleibende Erektionen sind kein Problem.

Die “erfolglosen Versuche” können unterschiedlich aussehen:

  1. Es kommt zu keiner Zeit während der sexuellen Aktivität zu einer Erektion, die ein Eindringen des Penis in die Scheide ermöglichen würde.
  2. Beim Vorspiel entsteht eine Erektion, aber sie lässt nach oder verschwindet ganz, wenn es “zur Sache” gehen soll. Der Penis kann nicht in die Scheide eingeführt werden.
  3. Ein Eindringen des Penis in die Scheide ist möglich, aber die Erektion lässt nach, bevor es zum Samenerguss kommt.

Abgrenzung gegenüber anderen männlichen Sexualstörungen

Erektionsstörungen werden oft mit folgenden Sexulstörungen in einen Topf geworfen:

  • Mangelndes sexuelles Verlangen, mangelnde sexuelle Lust (andere Bezeichnungen: mangelnde Libido, Libidoverlust, mangelnde Appetenz)
    Obwohl es nicht gerade selten vorkommt, dass bei einer Erektionsstörung auch ein mangelndes sexuelles Interesse auftritt, so sind diese beiden Probleme doch grundverschieden. Eine Erektionsstörung muss keinesfalls bedeuten, dass der betroffene Mann kein sexuelles Verlangen hat. Umgekehrt bedeutet mangelndes sexuelles Verlangen nicht, dass keine Erektionen möglich sind.
  • Vorzeitiger Samenerguss, vorzeitiger Orgasmus
    Ein vorzeitiger Samenerguss bedeutet, dass der Mann kurz nach dem Einführen des Penis oder im schlimmsten Fall sogar vor dem Einführen zum Höhepunkt kommt. Auch hier besteht kein direkter Zusammenhang mit einer Erektionsstörung.

Warum bewirken Cialis, Levitra und Viagra bei mir keine (ausreichende) Erektion?

Grundsätzlich können die sogenannten PDE5-Hemmer (andere Bezeichnung: PDE5-Inhibitoren) Cialis®, Levitra® und Viagra® nur unter folgenden Voraussetzungen wirken:

  1. Die für die Erektion (Gliedversteifung) verantwortlichen Nerven müssen funktionsfähig sein. Aber selbst wenn nach Operationen oder Erkrankungen nur noch Restfunktionen der Nerven vorhanden sind, können PDE5-Hemmer eine ausreichende Erektion ermöglichen.
  2. Allein durch die Einnahme von PDE5-Hemmern kommt es nicht automatisch zu einer Erektion. Nur eine bei sexueller Erregung und Stimulation (wenigstens ansatzweise) entstehende Erektion kann durch PDE5-Hemmer verstärkt werden und längere Zeit anhalten.

Patienten bei denen eine Behandlung erfolglos ist, werden in der Fachliteratur Non-Responder genannt. Aber nicht immer bedeutet eine ausbleibende Wirkung, dass die Behandlung für den Patienten ungeeignet ist, denn man kann auch bei der Behandlung Fehler machen. Speziell bei der Einnahme von PDE5-Hemmern sollte man auf folgende Punkte achten, um eine optimale Wirkung zu erreichen:

  1. Die Wirkung von Levitra und insbesondere von Viagra wird durch schwerverdauliche, fettreiche Mahlzeiten abgeschwächt und tritt verzögert ein. Ein Abstand von 2 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und der Einnahme ist sinnvoll.
  2. Stress und Versagensangst beeinträchtigen die Erektionsfähigkeit. Es ist daher hilfreich, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Ein Glas Sekt oder Wein kann dazu beitragen. Größere Mengen von Alkohol wirken sich dann aber schnell auch negativ aus.
  3. Die volle Wirkung tritt im Schnitt 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Da andererseits die Wirkung mindestens 4 Stunden anhält (bei Cialis bis zu 36 Stunden), besteht kein Grund zur Eile. Lassen Sie sich nach der Einnahme ausreichend Zeit (bei Levitra und Viagra 1 Stunde, bei Cialis 2 Stunden)!
  4. Eine ungenügende Erektion tritt auch bei zu schwacher sexueller Erregung auf. Wenn Sie keine Lust empfinden und vielleicht nur deshalb eine Erektion bekommen wollen, weil Sie annehmen, dass Ihre Partnerin von Ihnen mal wieder einen Geschlechtsverkehr erwartet, dann werden die Tabletten nicht viel bewirken.Die Partnerin kann natürlich auch aktiv zur Steigerung der Erregung beitragen. Dazu ist es hilfreich, wenn Sie sich darüber austauschen, was Sie beide erregt. Es kann auch sinnvoll sein, dass Sie erst einmal die Wirkung der Tabletten alleine bei Selbstbefriedigung ausprobieren.
  5. Wenn die anfängliche Dosierung nicht ausreichend wirkt, sollten Sie (in Absprache mit Ihrem Arzt!) die Dosis bis zur maximalen Dosis (20 mg bei Cialis und Levitra, 100 mg bei Viagra) steigern.
  6. Bei manchen Männern entfalten Cialis, Levitra und Viagra nicht gleich bei den ersten Einnahmen ihre volle Wirkung. Erst nach 6- bis 8-maliger Einnahme der Höchstdosis ohne befriedigende Wirkung kann man davon ausgehen, dass das Medikament nicht wirkt (McCullough 2002).

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass allein durch Beachtung dieser Regeln bis zu 60% der Männer, die keinen Erfolg mit Cialis, Levitra oder Viagra hatten, doch noch eine zufriedenstellende Erektion erreichen konnten (Porst 2006).

Wenn Sie auch bei Beachtung dieser Regeln keine ausreichende Erektion bekommen, dann besteht trotzdem noch Hoffnung, dass Ihnen die folgenden Tipps helfen. Reden Sie mit Ihrem Arzt über diese Vorschläge:

  1. Wenn Sie bisher noch nicht alle PDE5-Hemmer getestet haben, dann lohnt sich ein Versuch mit einem anderen PDE5-Hemmer. Alle PDE5-Hemmer beruhen zwar auf dem selben biochemischen Prinzip und wirken statistisch gesehen etwa gleich gut, aber im Einzelfall besteht eine kleine Chance, dass ein Medikamentenwechsel zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.
  2. Eine weitere Möglichkeit ist die zusätzliche, regelmäßige Einnahme von L-Arginin (Porst 2011).
  3. Falls bei Ihnen der Testosteronwert noch nicht bestimmt wurde, dann sollte das jetzt erfolgen. Bei einem Testosteronmangel wirken Cialis, Levitra und Viagra nicht oder nicht befriedigend. Die Behandlung des Testosteronmangels kann die Wirksamkeit der PDE5-Hemmer verbessern und sich auch positiv auf ihr allgemeines Befinden auswirken.
  4. Auch die Behandlung anderer Begleiterkrankung wie beispielsweise Diabetes oder zu hohe Blutfettwerte kann sich positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken (Guay 2003).
  5. Eine Studie hat gezeigt, dass durch die tägliche, abendliche Einnahme von Cialis 10 mg knapp 60% der Non-responder nach einiger Zeit auf die bedarfsabhängige Gabe von Cialis 20 mg umsteigen konnten (McMahon 2004).
  6. In einigen Fällen kann auch die Einnahme von mehr als der empfohlenen Höchstdosis einen Erfolg bringen. So konnten in einer Studie 24% ursprüngliche Non-Responder mit Dosen bis zu 200 mg Sildenafil (dem Wirkstoff in Viagra) doch noch eine gute Erektion erreichen (McMahon 2002). Allerdings ist bei der Einnahme von mehr als der empfohlenen Höchstdosis mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen. In dieser Studie hatten rund ein Drittel der Männer so starke Nebenwirkungen, dass sie aus der Studie ausstiegen.

Bei 20 bis 30% der Männer mit erektiler Dysfunktion führen auch diese Hinweise zu keinem Erfolg. In diesem Fall stehen andere  Behandlungs­möglichkeiten zur Verfügung.

Darf ich trotz Herzerkrankung Cialis®, Levitra® oder Viagra® einnehmen?

Männer mit Herzproblemen wie beispielsweise Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Durchblutungsstörungen der arteriellen Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung, kurz KHK) leiden weit häufiger als der Durchschnitt unter Erektionsstörungen. Oft sind sie der Ansicht, dass die Einnahme der PDE-5-Hemmer Cialis, Levitra oder Viagra in ihrem Fall gefährlich ist. Dazu haben sicher auch reißerische Veröffentlichungen in den ersten Jahren nach der Markteinführung von Viagra beigetragen, in denen von Todesfällen nach der Einnahme von Viagra berichtet wurde. Inzwischen hat sich deutlich gezeigt, dass diese Medikamente bei sachgemäßer Anwendung kein zusätzliches Risiko mit sich bringen. Aber auch manchen Ärzten ist der aktuelle Wissensstand nicht bekannt. Sie gehen deshalb lieber auf Nummer Sicher und raten generell von der Einnahme dieser Medikamente ab.

Inzwischen haben sich Expertenrunden mit diesem Thema ausführlich befasst und Empfehlungen veröffentlicht. Kurz zusammengefasst sagen die Experten: Wenn der Patient den Belastungen durch Sex gewachsen ist und wenn keine der allgemein gültigen Kontraindikationen wie beispielsweise Einnahme von Nitraten und Molsidomin vorliegen, dann spricht nichts gegen die Einnahme dieser Medikamente. Dazu muss man sagen, dass die körperliche Belastung beim Sex mit einer vertrauten Partnerin und in gewohnter Umgebung meist überschätzt wird. Wer ohne Schwierigkeiten zwei Etagen steigen kann oder 1,5 Kilometer in flachem Gelände in 20 Minuten bewältigt, ist auch fit für Sex. Allerdings sollte man nach schweren Erkrankungen, wie z.B. einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt, für etwa 6 Wochen auf Sex verzichten.

In umfangreichen Studien hat sich gezeigt, dass schwerwiegende Zwischenfälle oder sogar Todesfälle bei Herzpatienten, die einen PDE-5-Hemmer (unter Beachtung der Kontraindikationen!) einnehmen, nicht häufiger auftreten als bei Patienten, die diese Medikamente nicht benutzen.

Sollten Zweifel bestehen, ob ein Patient diese Medikamente nehmen darf oder nicht, so lässt sich mit einigen einfachen Untersuchungen Klarheit schaffen. So kann z.B. ein einfacher Test klären, ob die Einnahme von PDE-5-Hemmern bei einem Herz-Patienten zu Schwierigkeiten führen kann: Es wird ein Belastungs-EKG mit einer Belastung von 75 bis 100 Watt (das entspricht der Belastung beim “häuslichen” Sex) durchgeführt und dann nach Einnahme eines PDE-5-Hemmers wiederholt. Ergeben sich keine auffälligen Unterschiede bei den Ergebnissen, so kann man davon ausgehen, dass die Anwendung von PDE-5-Hemmern ungefährlich ist.

Fazit: Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass Cialis, Levitra oder Viagra für Sie nicht in Frage kommen. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber. Wenn Ihr Arzt pauschal und ohne weitere Begründung diese Medikamente für gefährlich bei Herzpatienten hält, dann macht es Sinn, einen weiteren Arzt zu konsultieren. Die Chancen stehen gut, dass Sie einer von den vielen Herzpatienten sind, die grünes Licht für die Einnahme eines PDE-5-Hemmers bekommen. Selbst wenn Sie diese Medikamente nicht einnehmen dürfen, so muss das keinesfalls das Ende der Sexualität bedeuten. Es gibt auch andere Möglichkeiten, um ein befriedigendes Sexualleben zu führen.

Dr. Dieter Horrmann

 

Kann man von Cialis, Levitra oder Viagra blind werden?

Es gibt immer wieder einmal Meldungen in den Medien, dass Männer nach der Einnahme von Viagra® blind wurden. Diese Berichte sind oft sehr reißerisch aufgemacht (z.B. mit der Überschrift “Viagra macht sexhungrige Männer blind”) und inhaltlich falsch.

Das Problem, um das es in diesem Fall geht, hat den wissenschaftlichen Namen NAION (nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie). Verständlich ausgedrückt handelt es sich dabei um eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung des Sehnervs. Die Folge ist eine dauerhafte Einschränkung oder ein kompletter Verlust der Sehfähigkeit des betroffenen Auges. Dieses Problem ist seit langem bekannt. Es tritt natürlich auch unabhängig von der Einnahme von Viagra auf. In den USA sind jährlich 1000 bis 6000 Menschen davon betroffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit hohem Blutdruck, hohen Blutfettwerten, Diabetes mellitus, koronarer Herzkrankheit, höherem Alter (älter als 50) und einer anatomischen Besonderheit im Auge (sehr enge Eintrittsöffnung für den Sehnerv und die Blutgefäße in der Lederhaut des Auges).

Der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA liegen 43 Berichte von schweren Sehstörungen nach der Einnahme von Viagra (38 Fälle), Cialis (4 Fälle) und Levitra (1 Fall) vor. In keinem der Fälle konnte ein direkter Zusammenhang zwischen der Viagra-Einnahme und dem Auftreten von NAION nachgewiesen werden. Es ist also nicht klar, ob bei den betroffenen Männer nicht auch ohne Einnahme von Viagra ein NAION aufgetreten wäre. Trotzdem wurde jetzt eine entsprechende Warnung in die Beipackzettel von Cialis, Levitra und Viagra aufgenommen. Das ist allerdings eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Die besonders bei Viagra häufig als unerwünschte Nebenwirkung auftretende, zeitlich beschränkte Störung der Farbsehens (“Blauschleier”) hat übrigens nichts mit einem NAION zu tun. Man kann also aus dem Auftreten von temporären Störungen des Farbsehens keinesfalls schließen, dass bei den Betroffenen auch eine Gefahr für NAION vorliegt.

Wenn Ihnen diese Meldungen Angst machen und bei Ihnen einige der oben erwähnten Risikofaktoren vorliegen, dann sollten Sie mit Ihrem Augenarzt über das Problem reden. Er kann Ihnen sagen, ob bei Ihnen ein besonders großes Risiko vorliegt und ob Sie besser auf andere Medikamente und Hilsmittel ausweichen sollten.

 

Dr. Dieter Horrmann

 

 

Warum lässt die Wirkung von Cialis®, Levitra®, Viagra® bei mir nach?

Es gibt viele Faktoren, die die Wirkung von Cialis®, Levitra® und Viagra® beeinflussen. So können beispielsweise Stress, die seelische und körperliche Verfassung oder Ärger mit der Partnerin eine befriedigende Erektion trotz der Zuhilfenahme dieser Medikamente verhindern. Wenn dies nur gelegentlich vorkommt, dann ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn allerdings die Wirkung dieser sogenannten PDE5-Hemmer über Monate oder längere Zeit allmählich nachlässt, dann können folgende Gründe vorliegen:

  1. Die ursprüngliche Ursache für die Erektionsstörung ist stärker geworden oder neue Ursachen sind dazu gekommen. So kann beispielsweise eine Arterienverkalkung weiter fortgeschritten sein oder es hat sich zusätzlich ein Diabetes eingestellt.
  2. Die sexuelle Anziehung der Partner hat stark nachgelassen. Die PDE5-Hemmer wirken nur bei sexueller Erregung. Wenn also der Sex immer langweiliger und lustloser wird, dann wirkt sich das auch auf die Erektion aus.
  3. Theoretisch könnte auch eine Gewöhnung (Toleranz; oft fälschlich als Tachyphylaxie bezeichnet) des Körpers an das Medikament vorliegen. Allerdings gibt es in der medizinischen Fachliteratur keine fundierten Hinweise auf eine Toleranzentwicklung gegenüber den PDE5-Hemmern (Burnett 2008 Seite 10 links unten, McMahon et al 2007). Auch wurde in Studien, die über mehrere Jahre liefen, (z.B. McMurray et al 2007) keine Toleranzentwicklung beobachtet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine stetig nachlassende Wirkung von Cialis, Levitra oder Viagra bei einer intakten Beziehung höchstwahrscheinlich die Folge einer verstärkten körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung ist. Es ist daher wichtig, dass man die Situation mit dem Urologen bespricht und dass dieser nach möglichen Ursachen sucht.

 

Dr. Dieter Horrmann

 

 

Darf ich trotz Bluthochdruck Cialis®, Levitra® oder Viagra® einnehmen?

Auf diese Frage habe ich eine kurze und eine ausführliche Antwort. Die kurze Antwort ist: Ja, Cialis, Levitra und Viagra können auch bei Bluthochdruck (Hypertonie) und bei gleichzeitiger Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamente (Antihypertensiva) gefahrlos angewandt werden.

Jetzt die ausführliche Antwort: Es gibt einige wenige Krankheiten, bei denen von der Einnahme eines PDE5-Hemmers (also Cialis, Levitra oder Viagra) abgeraten wird. Entsprechende Hinweise sind in den Packungsbeilagen enthalten. Bluthochdruck (Hypertonie) gehört nicht dazu. Im Gegenteil, die PDE5-Hemmer bewirken sogar eine geringfügige Senkung des Blutdrucks. Allerdings gelten Patienten mit unbehandelter oder schlecht kontrollierter Hypertonie als Hochrisikopatienten, die sexuelle Aktivitäten – ob mit oder ohne Einnahme von PDE5-Hemmern – vermeiden sollten (Kostis 2005).

Bluthochdruck ist ein schwerwiegender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall) und sollte daher so früh wie möglich behandelt werden. In den meisten Fällen wird das nur mit Hilfe von Medikamenten möglich sein. Das führt zu der Frage, ob es unangenehme oder gefährliche Wechselwirkungen zwischen diesen Medikamenten und PDE5-Hemmern geben kann. Gründliche Studien haben gezeigt, dass die Kombination von PDE5-Hemmern und Antihypertensiva kein Problem ist (Kloner 2007, Nehra 2009).

Eine Ausnahme bilden die sogenannten Alpha-Blocker (Wirkstoffe sind z.B.: Alfuzosin, Doxazosin, Phentolamin, Tamsulosin, Terazosin, Tolazolin, Urapidil). Diese Medikamente werden allerdings in der Regel nur bei einer gleichzeitig vorliegenden gutartigen Prostatavergrößerung und in Kombinationationspräparaten eingesetzt. Wenn Alpha-Blocker zusammen mit PDE5-Hemmern eingenommen werden, dann kann es zu Schwindel beim schellen Aufstehen oder Aufrichten (orthostatische Hypotonie) kommen. In den Produktinformationen der europäischen Zulassungsbehöder (EMEA) wird daher empfohlen, dass zuerst eine stabile Einstellung auf eines dieser Medikamente erfolgt und danach das zweite Medikament mit einer möglichst niedrigen Dosis eingesetzt wird. Die gleichzeitige Einnahme von Doxazosin (4 bzw. 8 mg täglich) und Cialis (5 mg tägliche Dosis bzw. 20 mg als einzelne Dosis) sollte vermieden werden.

 

Dr. Dieter Horrmann

 

 

Behandlung (Therapie) der erektilen Dysfunktion: PDE-5-Hemmer (Cialis®, Levitra®, Viagra®)

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Die Zulassung von Viagra® im Jahre 1998 hat die Therapie der erektilen Dysfunktion (ED) grundlegend verändert. Mit diesem Medikament kann sehr vielen Männern mit Erektionsstörungen geholfen werden, denen zuvor nur wenige und vor allem weniger gut geeignete Therapie­möglichkeiten angeboten werden konnten. Inzwischen sind mit Cialis® (seit 1. Februar 2003) und Levitra® (seit 15. März 2003) weitere Medikamente mit dem gleichen Wirkmechanismus (Hemmung der Phosphodiesterase Typ 5) auf dem deutschen Markt. Diese Präparate werden auch als PDE-5-Hemmer oder PDE-5-Inhibitoren bezeichnet. Sie unterscheiden sich in der Schnelligkeit des Eintretens der Wirkung, in ihrer Wirkungsdauer und in ihrer Verträglichkeit. Sie sind geeignet zur Behandlung von Potenzproblemen mit organischer, psychogener oder gemischter Ursache.

Handelsformen

Medikament Hersteller Wirkstoff Dosierung
Cialis® Lilly Tadalafil 5mg, 10mg, 20mg
Levitra® Bayer Vardenafil 5mg, 10mg, 20mg
Viagra® Pfizer Sildenafil 25mg, 50mg, 100mg

In Österreich und der Schweiz ist auch ein Vardenafil-Präparat mit dem Handelsnamen Vivanza® auf dem Markt. Es ist identisch mit Levitra®.

Anwendungsinformationen

Cialis® Levitra® Viagra®
Empfohlener Einnahmezeitpunkt mindestens 30 Minuten vor dem GV 25 bis 60 Minuten vor dem GV 60 Minuten vor dem GV
Wirkungsdauer bis zu 36 Stunden 4 bis 5 Stunden 4 bis 5 Stunden
Einfluss von Mahlzeiten kein Einfluss Wirkung vermin­dert bei Einnahme nach schwer­ver­dau­licher und fett­reicher Mahlzeit Wirkung verzögert und deut­lich schwächer bei Einnahme nach einer Mahlzeit
Zeitpunkt der höch­sten Konzentration im Blutplasma 2 Stunden 30 bis 120 Minuten 30 bis 120 Minuten
Zeit, bis jeweils die Hälf­te des Wirkstoffs abge­baut ist (Halbwertszeit) 17,5 Stunden 4 Stunden 3 bis 5 Stunden

Medikamente wirken grundsätzlich nicht bei allen Patienten. Das ist auch bei den PDE5-Hemmern nicht anders. In einer Auswertung von 130 qualitativ hochwertigen Studien waren 67% bis 89% der Studienteilnehmer mit der Erektion zufrieden (Tsertsvadze 2009). Das bedeutet, dass die Medikamente bei 11% bis 33% der Männer nicht ausreichend gewirkt haben. Bei der Einnahme von Cialis, Levitra und Viagra kann man aber auch Fehler machen. Das führt oft dazu, dass das Medikament vorschnell als wirkungslos eingeordnet wird.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Wenn von Nebenwirkungen bei Viagra und Co. die Rede ist, dann fallen vielen Menschen Zeitungsberichte aus der Zeit kurz nach der Marktzulassung von Viagra ein, die von Todesfällen nach der Einnahme berichteten. Die PDE-5-Hemmer werden daher oft als gefährlich angesehen, besonders bei Männern, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden. Viele Studien haben jedoch in der Zwischenzeit eindeutig gezeigt, dass bei Beachtung der Kontraindikationen keine Gefahr für eine Herzschädigung oder gar einen plötzlichen Herztod, Herzinfarkt oder Schlaganfall besteht. Das gilt für Männer, die keine Herzprobleme haben, aber auch für einen hohen Prozentsatz von Männern mit einer stabilen Herzerkrankung. Dies wird auch durch die 2006 erfolgte Zulassung von Sildenafil mit dem Handelsnamen Revatio® als Medikament gegen Bluthochdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie) unterstrichen.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind in der folgenden Tabelle enthalten (Porst 2006). Diese Ergebnisse stammen aus Zusammenfassungen (Meta-Analysen) von jeweils mehreren Studien. Die gesamte Teilnehmerzahl wird als “n” angegeben.

Effekt Cialis® (Tadalafil)
n = 804
Levitra® (Vardenafil)
n = 2.203
Viagra® (Sildenafil)
n = 5.918
Kopfschmerzen 14% 14,5% 14,6%
Gesichtsrötung (Flush)  4% 11,1% 14,1%
Verdauungsstörung (Dyspepsie) 10%  3,7%  6,2%
verstopfte Nase  5%  9,2%  2,6%
Rückenschmerzen  6%  0%  0%
Sehstörungen  0%  0%  5,2%

Weitere, weniger häufig auftretenden Nebenwirkungen sind in den Beipackzetteln aufgeführt. Die Erfahrung zeigt, dass die Nebenwirkungen nach mehrmaliger Einnahme nachlassen.

Was spricht gegen eine Anwendung (Kontraindikationen)

  • Einnahme von nitrat- oder molsidominhaltigen Medikamenten (Anwendung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Vorbeugung und Therapie der Angina pectoris). Umgekehrt gilt natürlich auch, dass nach der Einnahme von Cialis®, Levitra® und Viagra® keine nitrathaltigen Arzneimittel angewandt werden dürfen. Besonders die Verwendung von sogenannten Poppers, das sind Amyl-/Butylnitrithaltige Sexualstimulantien, kann fatale Folgen haben.
  • Erkrankungen, die körperliche Anstrengungen verbieten (schwere Herzerkrankung). Allerdings steht hier die Vermeidung der Anstrengung im Vordergrund, die beim Sex nach Einnahme eines PDE-5-Hemmers zwangsläufig folgt. Die Belastung beim Sex wird aber oft überschätzt. Viele Männern mit einer Stabilen Herzerkrankung dürfen trotzdem Sex unter Zuhilfenahme eines PDE-5-Hemmers haben.

Im Beipackzettel stehen weitere Einschränkungen für die Einnahme bei Vorliegen seltener Erkrankungen oder der Anwendung anderer Arzneimittel.

Wirkungsweise

Bei sexueller Erregung (Stimulation) wird in den Schwellkörpern Stickoxyd (NO) freigesetzt. Dieses Stickoxyd aktiviert ein Enzym, das die Bildung von cycloGMP (oder kurz cGMP) aus GTP bewirkt. cGMP führt zu einer Erschlaffung der glatten Muskeln im Schwellkörper und durch den verstärkten Blutzustrom zur Erektion. Ein anderes Enzym, die Phosphodiesterase Typ 5 (PDE-5), baut das cGMP wieder ab, was letzten Endes zum Erliegen der Erektion führt. An dieser Stelle setzt die Wirkung von Cialis®, Levitra® und Viagra® ein. Die Wirkstoffe dieser Medikamente sind sogenannte Phosphodiesterase-Hemmer und verhindern den Abbau von cGMP, so dass die Erektion erhalten bleibt. Bei fortgesetzter sexueller Stimulation reichert sich durch ständige Neu-Bildung und Nicht-Abbau das cGMP im Schwellkörper an. Diese Anreicherung vertieft ihrerseits die Erschlaffung der glatten Muskeln weiter und führt damit durch den kräftig verstärkten Bluteinstrom auch zu einer besseren Erektion. Aus all dem folgt:

  1. Cialis®, Levitra® und Viagra® erzeugen keine Erektion, sondern verbessern Stärke und Dauer der Erektion.
  2. Die Präparate können nur bei sexueller Stimulation wirken.
  3. Die für eine Erektion erforderlichen Nervenstrukturen müssen intakt sein. Sind diese zerstört, können diese Medikamente nicht wirken.

In der Öffentlichkeit, den Medien und in Stammtischrunden werden diese Medikamente – oft mit einem vielsagenden Lächeln und Augenzwinkern – als “Potenzmittel” bezeichnet und man meint damit Mittel, die den Geschlechtstrieb anreizen und die sexuelle Potenz steigern. Aus dem oben Gesagten ergibt sich, dass Cialis®, Levitra® und Viagra® eben keine Potenzmittel sind. Es handelt sich weder um Potenzmittel noch um Lifestyle- oder Party-Drogen, sondern um hochwirksame Arzneimittel zur Behandlung einer Krankheit, die neben ihrer Wirkung auch Nebenwirkungen und Risiken haben.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) (wie die Gesundheitsreform offiziell heißt) am 1. Januar 2004 änderte sich die Rechtslage für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Arzneimittel, die überwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion dienen, werden danach nicht mehr von der GKV gezahlt.

Weitere Informationen

Die Kosten für Cialis® und Viagra® lassen sich verringern, wenn man höher dosierte Tabletten teilt. Dies gelingt bei den sehr harten Tabletten am besten mit einem Tablettenteiler, der in Apotheken erhältlich ist. Die Preise für 5 und 10 mg Levitra® wurden im Mai 2010 gesenkt, deshalb bringt das Teilen bei Levitra® keinen Vorteil.

Neue Therapie-Option: Dauermedikation

Täglich oder jeden zweiten Tag einen der PDE-5-Hemmer in niedriger Dosierung einzunehmen, ist ungefährlich und eine neue Therapie-Option. Die Wirkstoffe haben einen positiven Einfluss auf die innere Schicht (das Endothel) der Blutgefäße, deren Funktionsfähigkeit von entscheidendem Einfluss auf die Entstehung einer Erektion ist. Wird die Dauermedikation mit 5 mg oder 10 mg Cialis durchgeführt, so ergibt sich wegen der langen Wirkungsdauer ein konstanter Plasmaspiegel des Wirkstoff, der für viele Männer ausreicht, um wie früher jederzeit Geschlechtsverkehr ausüben zu können (Porst 2009).

In Studien wurde gezeigt, dass die mehrmonatige regelmäßige Einnahme zu einer deutlichen Verbesserung der Erektionsfähigkeit geführt hat, die auch nach dem Absetzen des Medikaments anhielt. Einige Männer waren dann in der Lage, ohne Medikamente eine ausreichende Erektion zu bekommen. Andere konnten nach einiger Zeit auf die übliche Einnahme im Bedarfsfall übergehen (McMahon 2004). Zur Zeit kann man noch nicht sagen, für welche Patienten die Dauermedikation geeignet ist, wie lange die positive Wirkung nach dem Absetzen anhält und ob so eine Heilung der ED möglich ist. Wegen dieser Unsicherheit und wegen der hohen Preise der Medikamente will eine Dauereinnahme gut überlegt sein.

Gesicherte Erkenntnisse über die regelmäßige Einnahme liegen dagegen nach Eingriffen im kleinen Becken, z.B. nach Prostatakrebsoperationen, vor. Wenn nach nerverhaltender Operation nächtliche Spontanerektionen messbar sind, können diese dadurch verstärkt werden. Man kann damit dem Um- und Abbau des Schwellkörpergewebes entgegenwirken und die Erektionsfähigkeit der Schwellkörper erhalten.

Dr. Dieter Horrmann

 

Literatur

Medizinische Fachliteratur

  • EMA (European Medicines Agency) (2011):
    Produktinformationen für Cialis, Levitra, Viagra.Die Produktinformationen enthalten neben den Fachinformationen auch die Beipackzettel.
  • McMahon, Chris (2004):
    Efficacy and Safety of Daily Tadalafil in Men with Erectile Dysfunction Previously Unresponsive to On-demand Tadalafil.
    The Journal of Sexual Medicine, Volume 1, Issue 3, Pages 292-300.
    Im Internet: Zusammenfassung.
  • Porst, Hartmut; Hell-Momeni, K; Büttner, H (2009):
    Chronische PDE-5-Hemmung bei erektiler Dysfunktion – Neuer Therapieansatz mit täglicher Einmalgabe von Tadalafil.
    Der Urologe [A], Band 48, Heft 11, Seite 1318-1329.
    Im Internet: Zusammenfassung
  • Porst, Hartmut (2006):
    Oral Pharmacotherapy of Erectile Dysfunction.
    In: Porst, Hartmut; Buvat, Jacques (Herausgeber):
    Standard Practice in Sexual Medicine. Blackwell Publishing.
  • Porst, Hartmut (2004):
    Erektile Dysfunktion – Neue Medikamente unter besonderer Berücksichtigung der PDE-5-Inhibitoren
    Der Urologe [A], Band 43, Heft 7, Seite 820-828.
    Im Internet: Zusammenfassung
  • Tsertsvadze, Alexander; Fink, Howard A; Yazdi, Fatemeh et al. (2009):
    Oral Phosphodiesterase-5 Inhibitors and Hormonal Treatments for Erectile Dysfunction: A Systematic Review and Meta-analysis.
    Annals of Internal Medicine, Volume 151, Issue 9, Pages 650-661.
    Im Internet: Zusammenfassung, Artikel (pdf-Datei)

 

Harald Schmidt zum Thema Viagra

Die Harald Schmidt Show” in Sat.1. Die besten Sprüche vom Mittwoch, 9. November 2016:

 

Eine neue Studie zeigt: Viagra schützt gegen Hautkrebs. Das ist mal ein Slogan: Viagra gegen Krebs – deutsches Volk gesund und geil!

Gut, Viagra hilft gegen Hautkrebs, andererseits kriegt man den Deckel vom Solarium nicht mehr zu.

Viagra hilft Radprofis auch auf die Berge

Stuttgart – Die Nationale Antidopingagentur (Nada) fragte jüngst plakativ: “Sieht London saubere Spiele?” Die Antwort darauf ist klar: Natürlich nicht. Die pharmakologische Unterstützung gehört in vielen olympischen Disziplinen dazu wie der Schweiß im Training. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass bei den Olympischen Spielen 2012 in England auch massenhaft Athleten positiv getestet werden. “Ich denke nicht, dass in London viel rauskommen wird”, sagt Andrea Gotzmann, die Vorstandsvorsitzende der Nada. “Von jetzt an wird im Training die Basis für die Erfolge im nächsten Jahr gelegt, jetzt müssen wir kontrollieren.”

Hehre Ziele, für welche die Nada einen langen Atem braucht, weil die Wirklichkeit im Profisport gegen große und schnelle Erfolge spricht. Auf der einen Seite steht die Nada mit etwa 4,5 Millionen Euro Jahresetat und etwa 30 Mitarbeitern. Auf der anderen Seite ein konspiratives System, dass im Medikamentenhandel mafiöse Strukturen aufweist. Dazu kommen gewissenlose Ärzte, die immer neue Wirkstoffe einsetzen, für die es keine Tests gibt. Oder die zum Beispiel für Epo die minimale Dosis herausfinden, die gerade noch wirkt, aber zu keinem positiven Test führt.

Illegale Beschaffung wird einfacher

Die Analytik hinkt hinterher, und obendrein wird die illegale Beschaffung aller wichtigen Dopingsubstanzen durch das Internet immer einfacher. Und zum Schluss gibt es natürlich auch noch genug Weißkittel, die Leistungssportler per Attest zu Patienten machen. So sollen bis zu 25 Prozent aller Radprofis unter Asthma leiden, was ihnen unter anderem erlaubt, Medikamente einzunehmen, die den muskelaufbauenden Stoff Clenbuterol enthalten.

Gegen die mächtigen Dopingstrukturen stemmt sich die Nada im Sinne des Sports und rüstet im vorolympischen Jahr im Kontrollwesen auf. Seit Beginn 2011 hat sich die Nada zu einer Task-Force mit dem Bundeskriminalamt, der Staatsanwaltschaft, dem Zoll und mit den führenden Dopinganalytikern des Landes verknüpft. “Das Ziel ist, durch die Vernetzung die Erfolgsaussichten der Ermittler zu erhöhen”, sagt Nada-Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer.

Blutpass soll helfen

Im Kampf gegen Doping setzt man zudem darauf, flächendeckend den sogenannten Blutpass einzuführen. Die vom Profiradsport 2007 initiierte Idee soll durch die die dauerhafte Überwachung bestimmter Blutwerte Auffälligkeiten sichtbar machen. Ein präzises Instrument – das Problem ist aber, dass es nur indirekte Nachweise für Doping liefert und damit juristisch angreifbar ist. Zudem sind die Tests teuer. Gotzmann kündigt deshalb an, zunächst nur in Risikosportarten wie etwa Radsport, Schwimmen und Leichtathletik Blutprofile anlegen zu lassen. Zu mehr reichen die Mittel nicht. “Wir können auch nicht bei jeder der etwa 8000 Urinkontrollen pro Jahr gleichzeitig eine Blutkontrolle machen”, sagt die Nada-Chefin.

Der Blutpass ist trotzdem ein wichtiger Beweis, dass man sich in Deutschland bemüht. Das ist nicht überall so. In Spanien werden heute noch bei Dopingfällen eher die Kontrolleure angefeindet als die Überführten. Und nach einem neuen Urteil des Obersten Gerichtshofes müssen sich spanische Sportler künftig auch nicht mehr sorgen, nächtens kontrolliert zu werden. Das Gesetz wurde kassiert, weil angeblich die Verbände an der Gestaltung der Gesetzesänderung nicht genügend beteiligt waren. In Österreich wurde jüngst der Schwimmstar Dinko Jukic von der dortigen Nada freigesprochen, obwohl er im Frühjahr einen Test verweigert hatte. Jukic gilt als Medaillenkandidat für London.

Nada setzt auf Prävention

Die Nada will sich von solchen Dingen aber nicht beirren lassen und setzt verstärkt auch auf Prävention. Andrea Gotzmann hofft, das Bewusstsein der Athleten ändern zu können: “Wir müssen die jungen Sportler von heute so erziehen, dass sie Nein zu Doping sagen.” Ein hohes Ziel in der oftmals korrupten Welt des Spitzensports. Zumal selbst die eigenen Regeln manchmal nur schwer zu verstehen sind.

In der Nada-Liste der zugelassenen Medikamente taucht zum Beispiel auch Viagra auf. Ein Mittel, dass nicht nur die Potenz steigert, sondern auch die Lungenfunktion zumindest in der Höhe nachweislich verbessert. Einige Radprofis des früheren Teams Gerolsteiner nutzten dies bereits vor Jahren und radelten sozusagen stolzgeschwellt und völlig legal durchs Land. Es scheint noch ein weiter Weg zu sein bis zu einem sauberen Sport.

Viagra wirkt bei Mäusen gegen Krebs

Mit einem Potenzmittel gegen den Krebs: Bei Nagern funktioniert das. Der Viagra-Wirkstoff hilft der Immunabwehr auf die Sprünge.

Der Wirkstoff Sildenafil des Potenzmittels Viagra kann bei Mäusen bei der Behandlung von schwarzem Hautkrebs helfen. Das zeigt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Heidelberg.

Sildenafil hat sich schon mehrfach als abwehrstärkend gegen Krebs bewiesen

Von den krebskranken Nagern, die das Mittel ins Trinkwasser bekamen, lebten nach rund sieben Wochen noch mehr als doppelt so viele wie bei den unbehandelten, teilte das DKFZ mit. Die Ergebnisse sind in den in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht.

Die Erkrankung der Mäuse verlaufe klinisch sehr ähnlich wie beim Menschen, erklärte Viktor Umansky, Immunologe am DKFZ. Es sei daher möglich, dass der Viagra-Wirkstoff die Immunabwehr gegen den Krebs auch beim Menschen verbessern könne. Zur Klärung sind aber weitere Untersuchungen nötig.

Viele Tumore rufen chronische Entzündungen hervor, die Angriffe des Immunsystems gegen den Krebs unterdrücken. Bei Mäusen, die aufgrund einer genetischen Veränderung einen dem Melanom des Menschen sehr ähnlichen Hautkrebs entwickeln, neutralisierte Viagra den Angaben zufolge die Entzündungen und hob die Hemmung der Immunabwehr auf.

Die Wissenschaftler setzten Sildenafil ein, weil der Wirkstoff in Tierversuchen schon mehrfach die Immunabwehr gegen Tumoren verbessert hatte.