Der Begriff Potenz kommt aus der lateinischen Sprache und ist von „potentia“ hergeleitet. Dieses Wort steht synonym für Kraft, Vermögen, Macht oder Fähigkeit – So jedenfalls lautet die Definition von Potenz.

Man kann unter dieser Bezeichnung mehrere verschiedene Sachverhalte verstehen:

Ein finanzkräftiger Investor beispielsweise wird nicht selten als potent, meist aber eher noch als solvent bezeichnet. In der Mathematik beschreibt Potenz eine Rechenoperation, in der Geometrie die Lage des Punktes in Bezug auf einen Kreis. In der Wort- und Sprachlehre kommt der Begriff ebenfalls vor, nämlich in der formalen Sprache. Die Philosophie versteht unter der Potenz eine Möglichkeit, die noch nicht realisiert wurde, also im Sinne von Vermögen. Sogar von ökologischer Potenz ist die Rede, wenn sich Organismus an Umweltveränderungen anpassen.

Häufig wird diese Bezeichnung aber auch in der Medizin, der Homöopathie und der Pharmakologie angewendet. So ist dies die Verdünnung einer Mixtur in der Homöopathie und eine Wirksamkeit schmerzstillender Medikamente im medizinischen Bereich. In der Humanmedizin ist von Potenz ebenfalls auf zweierlei Weise die Rede. So wurde ursprünglich die Zeugungsfähigkeit des Mannes als Potenz bezeichnet.

Heute versteht man unter Potenz bereits das Erektionsvermögen des männlichen Gliedes, auch als Penis bezeichnet. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass der gesunde Mann bei sexueller Stimulation, wie Streicheln, Reiben einen Erektion bekommt. Das heißt, sein Glied wird steif und damit bereit für den Geschlechtsverkehr mit dem Partner oder der Partnerin.

Leidet der Mann unter einer Potenzstörung, so ist die Versteifung häufig zu schwach, nicht ausdauernd genug oder kommt überhaupt nicht zustande. In diesem Zusammenhang wird auch häufig der Gebrauch von Potenzmitteln genannt. Jedoch sind sie nicht immer das Mittel der Wahl bei einer Erektionsstörung. Die auch als erektile Dysfunktion bezeichnete Problematik kann nämlich unterschiedliche Ursachen haben. So können bestimmte Krankheiten, wie Diabetes (Zuckerkrankheit), Durchblutungsstörungen oder zu hoher Blutdruck Ursache für Potenzprobleme sein. Auch Stress ist eine häufige Ursache und betrifft häufig auch schon junge Männer. Die Mehrheit der Betroffenen liegt jedoch altersmäßig jenseits des 50. Lebensjahres.

Wird die Grunderkrankung behandelt, kann es sein, dass die Potenz des Mannes zurückkehrt bzw. nachhaltig unterstützt wird. Dazu ist es aber unbedingt nötig, dass der Mann seine Scheu überwindet und den Arzt seines Vertrauens in sein Problem einweiht. Häufig leidet nicht nur der Betroffene sondern auch seine Partnerschaft. Eine Potenzstörung kann für beide Sexualpartner sehr belastend sein. Mancher Partner/manche Partnerin reagiert verständnisvoller, wenn der Mann sich um eine Lösung bemüht.

 

Ihr
Dr. Dieter Horrmann